Applaus & Zuschauer - oder doch beides? ⋆ allabout40plus.com
D´OMI & I MI SUBR´S LÄNDLE

Applaus & Zuschauer – oder doch beides?

Sie würde NEIN sagen…

…wenn ich noch 5 Minuten Zeit hätte bis zum Mittagessen und noch schnell einkaufen wollen würde bei der Metzgerei ums Eck. Sie würde sogar nein sagen, wenn ich für sie bei BIPA ihre LieblingsTEMPO´s besorgen wollen würde, wir jedoch gleich Mittagessen könnten. Sie würde nein sagen, wenn ich die Wäsche aufhängen wollen würde 15 Minuten vor 12.00 Uhr. Sie würde IMMER NEIN sagen wenn sich irgendetwas knapp ausgeht.

Doch dann stellte ich die falsche Frage.

„Omile – soll ich noch anfangen den Rasen zu mähen? Es ist jetzt fünf nach 11 und das könnte sich bis zum Mittagessen knapp ausgehen.“

Der Blick auf einen „neuen Schilling“ konnte nicht mehr glänzen als die Augen von meinem Omile. Das war dann wohl ein eindeutiges JA. Doch warum fragte ich eigentlich. Ich wusste, genau damit mach ich ihr die größte Freude.

„Ab morn heat da Fernsehr widr schleachts Weattr brocht“.

Hatte sie ein paar Stunden davor zum Frühstück serviert. Hahahaha – sie ist sooo eine Expertin wenns um versteckte Nachrichten geht.

Und dann schaut sie immer so, ihr müsstet sie echt mal sehen.

Blickkontakt kann sie dann fast keinen mehr halten mit mir. Oder genau deshalb, nämlich dann wenn sie sich davor schon konzentriert drauf, nicht zu grinsen. Je älter mein Omile wird, umso weniger funktioniert das. Heißt – ich seh´s ihr an. Nur eines sag ich euch – NIEMALS würd ich ihr das sagen. Und wehe eine von euch verpetzt mich bei ihr.

Ich also…

…raus in den Garten, in den Schopf, Benzin nachgefüllt (da könnt ich dann schon mal kurz verweilen hihihi) und auf geht’s.

Es gibt ein System nach dem ich Rasen mähe. Zuerst die kleine Wiese in der Mitte vorm Haus. Dann geht’s nach rechts auf den größten zusammenhängenden Teil. Doch genau dort scheint, egal zu welcher Uhrzeit das gelbe Gold vom Himmel als gäbe es kein morgen.

Letztes Jahr hatte ich schon mal angefangen die „Route“ ein bisschen zu ändern, mit dem Erfolg, dass die mir auf einem Zettel ausgerechnet hat, dass ich so mehr Benzin und mehr Zeit verschwenden würde. Geändert hatte ichs auch weniger wegen der Zeit oder dem Benzin, sondern vielmehr wegen des Verhältnisses – Sonne/Schatten.

Was zuerst kommt ist das rote Gesicht.

Ob es nun dran liegt, dass ich unlängst erklärt bekam eine Frau zu sein die „Couperose“ Betroffene ist, das heißt ein schwaches Bindegewebe im Gesicht hat und deshalb zu roten Äderchen neigt, ich weiß es nicht. Was ich mit Sicherheit sagen kann, dass ich wenn – dann schon als Kindergartenfräulein darunter gelitten habe.

Ausflug im Kindergarten Altach.

Wir gingen Richtung St. Arbogast, es ging ein bisserl aufwärts und es war Sommer.

Der Großteil der Strecke war im Wald, doch immer dann wenn wir in die Sonne kamen, sah man meine rote Kugel (aka mein Gesicht, besser gesagt meinen ganzen Kopf) strahlender leuchten als die Sonne am Himmel.

Erste Rast.

Wir packten unsere mitgebrachten Jausen aus. (Und ich sag euch, davon gibt es sogar ein Foto.)

Wir saßen alle in der Sonne, denn ALLE Kinder waren verschwitzt – nicht nur ich. Als die Tante kurz und knapp verkündete:

„Manuela – du kommst bitte zu mir in den Schatten, die anderen Kinder bleiben in der Sonne.“

Und bitte – das war NICHT nur deshalb, weil ich gleich mein Leibchen gegen ein trockenes austauschen würde, sondern vielmehr weil sich Tante Rita wohl die größten Sorgen um mich machte. Ich kann mich ganz genau erinnern.

Sie sah mich immer wieder von der Seite an und meinte:

UND ??? (was wohl so viel heißen sollte wie – ist alles ok bei dir?) Mir war das echt peinlich. Und dann passierte meine Rettung. Tante Gabi hatte den großen Günther auch als „Couperose Opfer“ identifiziert und meinte:

„Günther gang du o a klä umme in Schatta“

Das war ein Bild sag ich euch. Der große Günther und die große Manuela, mit der kleinen Tante Rita im Schatten sitzend. Alle anderen Kinder beobachteten uns, als sässen wir auf einer Bühne.

Und dem einen fiel sogar kurz mal sein Dreh & Drink aus der Hand. Bloss die Tante Gabi hatte was dagegen, dass Arno es wieder aufnehmen wollte, um sich den verbliebenen viertel Liter noch ins Bäuchlein zu kippen: „Liegen lassen“ – meinte sie nur schneidig. „Das bleibt genau dort.“

Es war ein gekiester Weg und alles dreckig.

Als er den Blick wieder aufrichtete, sah er mir ziemlich genau auf meine „Kneipr“ (unser vorarlbergerisches Wort für Sandalen). Die standen nämlich auf einem Steinboden. Den hatten wir bei uns hier im Schatten.

Und schon waren Günther und ich die Helden – mit zwei Kindergarten Gruppen als Zuschauer.

Genau so sah ich heute aus.

Mit dem Unterschied, dass die Kinder die mich anstarrten keine Kinder waren, sondern jene die an diesem Tag um die Mittagszeit bei uns vorbei fuhren und einen kurzen Blick auf mein Gesicht erhaschen konnten.

Ihr mitleidiger Blick sprach mit mir: „meiii du Arme, jetz musch bei deara Hitz o no da Rasa meiha“. Wenn die nur wüssten, dass sie viel mehr Mitleid haben müssten mit mir wegen der Fliegen.

Die volle Stunde halte ich selten in dem Tempo durch in dem ich beginne. Und wenn dann auf der anderen Seite des Hauses der schmale Streifen dran kommt – der auch teilweise in der Sonne liegt – dann werd ich immer langsamer & die Fliegen immer schneller & ich immer langsamer.

Logisch – ich schwitzte UND ich wurde – Überraschung – langsamer. Zum Glück für die summenden Freundinnen. Die setzen sich dann mal ganz gemütlich auf meine salzig feuchten Schultern. Und „des isch läääääschtig säg i öü“. Man hat kein leichtes Leben als RasenmäherBraut. DOCH – I´m still lovin it.

12:05

Ich wartete gespannt auf das sich langsam öffnende Fenster und den mir bekannten OmileBlick. Nein – Blick war das keiner. Ablaufen tut das genau so:

Sie macht das Fenster auf, sucht Augenkontakt mit mir (und ich sag euch das beherrscht sie wie ein PRO) Zack – Kontakt hergestellt. Sie drückt ihre schmalen Lippen leicht aufeinander, kaum erkennbar, jedoch in Kombination mit dem in Megazeitlupe nickenden Kopf und den Augen (wie soll ich euch bloß wieder diesen Blick beschreiben – sanft aber doch irgendwie „stechend“) lässt sie mich in sekundenschnelle wissen, es ist 12:00 – MITTAGSRUHE.

Nur nicht heute. Ich denke sie war mindestens so froh wie ich, dass ich in gefühlten 60 Sekunden fertig sein würde.

Einmal vor & einmal zurück

Und aus. Fertig. Mann Mann Mann – Rekord geknackt, in 50 min. 1,5 Liter Wasser getrunken und ??? Wie jetzt – ich hör nix? Dabei bin ich sooo fest davon ausgegangen, dass all meine Nachbarn sich schon die ganze Zeit denken – „i can feel you“ – bei der Hitze & fix anfangen würden zu applaudieren wenn ich fertig bin. Owa – es is nix. Außer Normalität am Land.

Ich bin sogar überzeugt davon, wenn ich jemandem voller Stolz davon erzählen würde, täte ich nur in zwei große Augen schauen. Das ist normal hier. Man mäht den Rasen bevor das Wetter schlecht wird & wenn das Timing einfach den Nachmittag mit Business Terminen verschluckt, dann eben noch schnell schnell vor Mittag. Gehören tut sich das nicht. Denn wenn man anfängt macht man auch fertig.

Trimmen is nicht mehr drinn heut – musste ich dem Omile dann mitteilen. Darauf hin sie so – langsames Kopf schütteln und die geilste Aussage des Tages:

„Also Moadle, wenn´d du jemols wiedr do wohna widt, denn muscht scho no a klä eappas learna“

Aahahaha – ja – vor allem was sich gehört im Ländle und was nicht & dazu gibt’s bald wieder News.

„An schöana mitnand – blieband fliessig & uf´s chilla nid vrgeassa“

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