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Ein Personalblog braucht auch einen persönlichen Einblick in das Leben des Autors?

Here you go….

ORF TVthek

Ändern kann man jetzt halt nix mehr…soll man nicht. Denn wichtig ist nur das Hier & Jetzt.

Gedreht wurde das Ganze Mitte Dezember & ich wandle auf Johnny Depp´s Spuren, wie mir eine Freundin heut erklärt hat: „er kann bei seinen Filmen auch nie hinschauen“. Hahahaha… Und das ist es was ich dann auch knapp 4 Minuten lang gemacht habe. Nur zugehört & nicht hingesehen. Zuschauen ging erst beim zweiten Mal abspielen über die ORF TVthek. Lustig sind wir Menschen manchmal – einerseits doch so extrovertiert und offen, wenn es darum geht über Gefühle und Erlebtes zu schreiben oder darüber zu sprechen. Gefilmt zu werden und das Ganze einen Monat später im TV zu sehen ohne es aktiv beeinflussen zu können ist dann aber eben nochmal etwas anderes. Am Sendungstag hab ich mich dabei ertappt mir zu überlegen, ob ich Familie und Freunden nun VOR der Ausstrahlung Bescheid geb´, dass da was kommt, oder ob ich es mir erst mal selber anschauen mag und ihnen dann erst den Link schicke – als würde sich dadurch was ändern lassen…hihihi

 

Alles neu und alles anders

Ein neues und komisches Gefühl – zum einen: sich erstmals im TV zu sehen und zum anderen: zu spüren wie es ist, wenn man sich, sich selber ansehen kann und gleichzeitig auch wieder spürt und hört was man damals gesagt hat beim Dreh – die „Außenschau“ ist für uns Menschen oft ganz ungewohnt. Obwohl, wenn wir das Ganze mal realistisch und objektiv betrachten: Das ist es was wir tagtäglich tun. Wir sprechen mit anderen, hinterlassen dort ein Bild, Worte – ein Gefühl. Da können wir auch nicht sagen, Moooooment einmal zurück spulen bitte und neu aufnehmen, denn so gefällt mir das Ganze nicht. Solche Erlebnisse wie der ORF Dreh lehren einem auf ein Neues Achtsamkeit und ein bewusstes und „erspürtes“ Umgehen mit Worten. Ich für meinen Teil, bin ein unheimlich reflektierter Mensch, das heißt ich tausche mich gerne aus, nehme wahr was wie genau ankommt, spüre die Stimmungen in Situationen, thematisiere das dann auch und versuche mich so immer wieder weiter zu entwickeln. Einen persönlichen Einblick in mein Leben zu geben, fällt mir wohl auch deshalb vielleicht nicht ganz so schwer.

 

ORF in tha house

Und dann war sie da – die Anfrage vom ORF – Würdest du dabei sein? Denkst du, das Omile lässt sich auch filmen? Bitte sag ja. Ca 15 Sekunden lang hab ich darüber nachgedacht und JA – ich wollte dabei sein. Die Erfahrung machen. So vielleicht auch aufzeigen was der Unterschied zwischen einem persönlichen Blog und all den anderen Blogs ist. Und vielleicht ist genau an dieser Stelle der richtige Moment über die Entstehung meines Blogs zu schreiben. Allabout40plus – das Leben 40 plus, korrigiere – zwischenzeitlich bin ich 45plus hihihi… Und um die Themen in diesem Alter geht es, um persönliches und somit auch um meine Familiengeschichte – mein Omile & die kleinste Familie der Welt. Und da hammas schon. Was ist Familie?? Yes – meine Omi hatte Geschwister und dort gibt es natürlich auch Verwandtschaft. Dennoch ist meine Familie für mich – Eltern, Geschwister, Tanten, Onkels, …und genau das hab ich nicht mehr bzw. hatte ich noch nie.

 

Schreiben . immer schon ein Bestandteil meines Lebens

Meine Entscheidung vor 15 Jahren nach Wien zu gehen, hab ich nie bereut. Ganz im Gegenteil. Wien ist so ein bisserl meine zweite Heimat. Denn nicht das ich nach Wien gegangen wär, weil mich dort ein Mann oder eine Riesenfamilie erwartet hätten – nö – es war vielmehr beruflich begründet, dass ich nach Wien „ausgewandert“ (wie es meine Mum und mein Omile immer nannten) bin. Denn auch wenn der 3FrauenHaushalt früher nicht immer ganz easy war – ich wurde schmerzlich vermisst von den beiden. Genau deshalb war mein Versprechen mehr eine gelebte Überzeugung & ein Gefühl. Wenn ihr mich braucht, dann bin ich da. Und das war dann auch 2004 so, als meine Mum an Krebs erkrankte. Schreiben hat mir immer schon geholfen. Es hat auch eine therapeutische Wirkung. Genau so, wie über Dinge zu sprechen. Gut, dafür muss man vielleicht auf eine Art und Weise extrovertiert sein. Doch ich denke, wenn man merkt, dass einem etwas hilft oder dadurch erleichtert wird, dann schafft man es auch diesen Weg zu gehen wenn man ihn gehen will.

 

Was mich geprägt hat?

Eines des prägendsten Erlebnisse in meinem Leben: Nachdem ich meine Mama begleitet hatte bis zu ihrem Abschied und gemeinsam mit ihr in einem Krankenhauszimmer die letzten Tage und Nächte verbracht hab, bekam ich von einem Arzt den Rat: „Wenn Sie es sich auch nur ansatzweise zutrauen, überlegen Sie sich, ob sie nicht beim Begräbnis Ihrer Mutter über sie sprechen wollen. Das ist eine sehr gute Möglichkeit das Erlebte zu verarbeiten“. Ich dachte mir whaaat – never ever. Mein Glaube an den lieben Gott war ohnehin ins Wanken geraten. Da bete ich in der Kirche: „dein Wille geschehe“ – wessen Wille soll das bitteschön sein?? Einer der mir meine Eltern nimmt – einer der mich mit 34 Jahren dastehen lässt ohne Geschwister, ohne Eltern, ohne Mann und Kinder & mit einem Omile, deren Herz fast dabei zerbricht – Abschied nehmen zu müssen von ihrem einzigen Kind. Und dann war dann ganz schnell wieder der Gedanke – wir werdens schaffen. Und zwar alles. Das Omile und ich mit unserer „Liebe & Beziehung auf Distanz“. Und ich diese „Rede“ in der Kirche bei Mamas Begräbnis. Es gab ein Abkommen mit einem lieben Verwandten der in der ersten Kirchenbank saß. Sollte ich aufblicke während der Rede, dann war das für ihn das Zeichen, dass ich nicht mehr konnte und er rauf kommen und mich ablösen würde. Letztendlich hatte ich den Blick in jedem Moment fest an meine Notizen vor mir geheftet – fertig gesprochen und mich wieder runter gesetzt. Und dann brachen alle Dämme bei mir. Ein befreiendes Weinen – eines mit dem Gedanken nach Oben:

 

Dankbarkeit & doch ein bisserl zweifeln

Danke Mum und Paps – Danke für Alles – & jetzt muss ich mal mein Leben auf die Reihe bekommen und mich um´s Omile kümmern. Und wir beiden schafften es. Mit viel Zuspruch und Unterstützung von sooo vielen lieben und herzlichen Menschen. Man kehrt zurück in den Alltag. Denkt manchmal viel und dann wieder weniger an die Lieben die nicht mehr da sind. An manchen Tag fürchtet man Dinge zu vergessen. Den Geruch, die Stimme, die Gewohnheiten. Ist man dann undankbar? Muss das alles so sein? Und an anderen Tagen zerreißt es einem das Herz. Bei meiner Hochzeit 2010 wäre mein größter Wunsch gewesen meine Eltern dabei zu haben. Mit meinem Papa (der mir wahrscheinlich nur bis zu Schulter gegangen wär weil ich als Jugendliche sehr schnell größer war als er) vor zum Altar zu gehen in der Kirche.

 

Meine Kinder? Keine Kinder?

Das war aber ebenso wenig geplant für mich wie die Erfahrung und das – ich nenn´s absichtlich mal – Abenteuer eigene Kinder zu bekommen. Ok, da waren diese Anzeichen, die ich als solche nicht wahrgenommen hatte und dann die Aussage des Arztes in der Kinderwunschklinik: „In ihrem Fall liegt die Wahrscheinlichkeit das Krankenhaus mit einem gesunden Kind zu verlassen und es auch mit 12 Monaten als vollständig gesund bezeichnen zu können bei 8%“. Sie sind wohl mit ca. 36 in die Wechseljahre „gerutscht“ – und deshalb sind da jetzt auch einfach mal keine Eizellen mehr. Ok, die Erklärung war natürlich viel länger und der Prozess davor auch – das ist mal die Kurzversion. Mmhhh…wessen Leben versuchte ich da eigentlich zu planen die letzten Jahre? Eh meines, oder hab ich die Gedanken und die Personen vertauscht. Irgendwie hatte ich es mir anders vorgestellt. Aber gut. 1en Grund wird es haben, warum alles so ist wie es ist. Wahrscheinlich sogar mehrere. Und auch richtig gute müssen das wohl sein. Aber was hilft es mir zu erfahren – was ohnehin nie passieren wird – wie der Plan meines Lebens aussieht, den da irgendwo irgendjemand irgendwann schon mal angefertigt hat für mich. Gar nichts. Alles ist wie es ist. Und je mehr man versucht im Hier und Jetzt zu leben, umso schöner und wertvoller ist das Leben.

 

„Und do simmr jetzt…“

Zurück zum ORF Dreh und zu meinem Lebensmenschen dem Omile. Das Alles hat uns zusammen geschweißt. Wir haben gelernt mit der Distanz Wien-Vorarlberg umzugehen und wenn´s sein muss, dann bin ich da. So wie im Übrigen auch das Omile für mich da ist. Ich kenne keine bessere Zuhörerin, niemanden der reflektierter und ehrlicher Feedback gibt, niemanden der dankbarer ist & auch niemanden der mich immer wieder aufs Neue herausfordert in meinem Leben und mich dadurch wachsen lässt. Alles was ich lerne in der jetzigen Zeit lerne ich doppelt. Einmal für mich und einmal lerne ich, wie man es einer 95jährigen Dame erklärt. Und das probiert ihr jetzt doch mal alle bitteschön mit Themen wie den Handys die keine Tasten haben, den „Brieafle“ (auch bekannt als sms) die man sich täglich schickt, dem Internet und den sozialen Medien im Allgemeinen. Unlängst erklärte ihr eine Nachbarin, vieles finde man im Internet und dort könne man es sich ja auch bestellen, wenn die Bewertungen gut seien. Wenn ich in solchen Situationen neben ihr sitze – mache ich mich schon mal auf das Feuerwerk an Fragen gefasst, sobald der Gast das Haus verlassen hat. Es dauert ca. eine Stunde bis alle Inhalte gesackt sind und dann geht’s los. Oder es kommt von ihr einfach nur ein: „nerrsche Wealt, bin i froh, das i des alls nümma vrschtoh muas wenn i nid will“.

 

Und so versuchen wir aus allem das Beste zu machen. Das Leben zu genießen – die Zeit wir noch miteinander haben. Und vor allem viel zu lachen.

A guats Nächtle – vielen Dank fürs Lesen & alles Liebe für euch.

2 Comments

  • Reply
    Strakosch Jana
    26. Januar 2018 at 09:15

    Wirklich sehr schön geschrieben liebe Manuela …. es hat mich zu Tränen gerührt.

    • Manuela E.
      Reply
      Manuela E.
      26. Januar 2018 at 11:07

      Vielen Dank! Ich weiss, dass es auch zu Tränen rührt – bei mir macht sich beim Schreiben auch immer ganz viel Dankbarkeit breit – ein ganz warmes Gefühl, dass das Omile und ich diese besondere Zeit miteinander haben und ich vieles in meinem Leben einfach so intensiv erleben darf. Denn was man draus macht, bestimmt man immer selber. Alles Liebe, Manuela

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