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MI SUBR´S LÄNDLE

„ghörig, subr & all dra“ NOT

From: „where i sit“. YES, ich hab mich tatsächlich dazu entschlossen – „üsars alte Bänkle“ zu erneuern. Das Gestell und somit die Form ist die alte und wurde lediglich gestrichen. Die Latten und die Schrauben mussten erneuert werden. Wenn es nun auch noch ergraut durch Wind & Wetter, dann ist mein Glück perfekt.

Today – MOHI´s in tha house und ich verfolge weiter unseren gemeinsamen Entschluss, mich langsam aber sicher zurück zu ziehen aus der RundumSorglosOmiBetreuung. Der MO bile HI lfsdienst macht das ganz großartig und deshalb misch ich mich auch gar nicht weiter ein und verzieh mich nach draußen.

Um in meinen „Schopf“, die Sommerlaube zu gelangen – müsste ich durch die, leider noch komplett nasse, Wiese. Und da heute Nachmittag Rasen mähen angesagt ist, weil ab morgen im Laufe des Tages dann wiedermal „Herbst in town“, teste ich gleich das neue Bankerl vor´m Haus. Und ab jetzt fängts an schwierig zu werden.

Bestückt mit meinem Korb – Inhalt: mein Frühstück, die Vorarlberger Nachrichten, Handy & Laptop und in der anderen Hand mein MrsKaffeeHäferl – gehe ich Richtung Haustüre, vorbei an Omi und dem MOHI Goldschatz. And guess what – sie kann sich ein „kleines Kommentärle“ wie sie es manchmal nennt, (der Zweck dieser Bezeichnung ist wohl einfach jener, die Kritik die dann folgt ein bisserl netter & positiver wirken zu lassen) nicht verkneifen.

„Jo säg amol, wo gosch du ane mit deam viela Züg“. Omi ich setz mich raus aufs Bankerl. Mit einem Blick hat sie gleich den Inhalt des Korbes erfasst und somit, dass ich wohl auch draußen frühstücken will und meint mit siegessicherem ExtremLächeln: „abr es isch jo gär koan Tisch dussa“. Gleichzeitig grinst sie über beide Ohren so sehr, dass sie die Lippen kaum zu Worten formen kann und ihre Zähne mal kurz die Hauptrolle im Gesicht übernehmen.

Mit meiner Antwort: doch Omile, ich hab grad einen Tisch raus gestellt, wird ihr Lächeln mal kurz eingefroren. Das ist im Übrigen auch jener Tisch, an dem die Omi auf genau dem selben (mit den alten Latten bestückten) Bankerl sitzend in der warmen FrühlingsMorgenSonne gebastelt hat, als ich noch klein war.

Ich versuche die Situation wieder aufzutauen in dem ich mich selber auf die Schippe nehm und zur MOHI Dame sage: die Omi wird jetzt dann gleich noch nachsetzen mit „dia nerrscha junga Lüt hüt zu Tag, hockand vor´s Hus usse wo eana alle bim eassa zua luaga künnand, des will doch koan Mensch“.

Doch falsch gedacht – das Omile setzt unmittelbar nach der letzten von mir gesprochenen Silbe ein. Zuerst mit dem mir bekannten Kopfschütteln, mittig beginnend und immer nach rechts und wieder zurück den Kopf leicht nach unten gesenkt & dazu passend drückt sie ihre kleinen Äuglein immer wieder zu:

„also übrtrieba kasch du o nid schleacht, gad zu da junga Lüt, ghörscht du jetzt also würkli numma“.

An dieser Stelle könnte ich jetzt minimum 3 Zeilen an „vor Lachen heulenden Smileys“  einfügen und das wär noch zu wenig. Und das beste dran, sie meint das ernst und noch viel besser, ich aber auch. Denn ich fühl mich jung – verdammt jung gegen meine 50 Jahre ältere Omi, denn 94 muss ich erst mal werden. Wobei sie mir immer wieder mal klar macht – mit meinem Lebenswandel: spät schlafen gehen (nach 21:00), viel zu viel arbeiten (auch mal noch zuhause mit dem Laptop), das eine oder andere Glaserl Wein (sie trinkt ja nur rote süße Gspritzte – so ein bisserl wie Lambrusco mit Sprite) und noch viel mehr im Auto sitzen und einfach nicht so leben wie es sich „GHÖRT“ – werd ich das wohl ohnehin nicht schaffen.

 

„Ghörig, subr, all dra“

Denn „GHÖRIG“ sollten wir Vorarlberger ja einfach unser ganzes Leben lang sein und bleiben. Und das ist jetzt nicht nur meine Generation die das „ghörig leben“ in die Wiege gelegt bekommen hat in der Hoffnung es möge ein Leben lang anhalten. Es ist auch meine Generation, die das ihren Kindern vermittelt, denn wenn man „a ghörige ischt“, denn passt.

Aber was ist eigentlich „GHÖRIG“? Ist das gut, muss man das können & vor allem was passiert wenn man das nicht sein kann oder will. Ins Hochdeutsche übersetzt heißt es wohl: anständig, ordentlich – halt einfach so tun und sein wie es sich gehört.

Jetzt muss ich mich dann doch tatsächlich noch auf die Suche nach dem Podcast von Radio Vorarlberg machen. Unlängst gab es ein „Neues bei Neustädter“ wo es um das Thema „GHÖRIG“ ging. Denn in „ghörig“ steckt auch „hörig“ – meinte Herr Prof. Haller (meiner Meinung nach im übrigen ein sehr gscheiter Mann, der vielleicht manchmal – ob seiner Belesenheit – die Zuhörer ziemlich fordert und das ist gut so).

„Ghörig“ – eines der 3 wichtigsten Attribute des Vorarlbergers. Dazu gesellen sich dann – der Vollständigkeit halber noch erwähnt:

„subr“ und „all dra“.

Alleine zu diesen drei Eigenschaften, könnte man 1 Buch schreiben – selbstredend: 1 Buch pro & nicht eins für alle drei!

 

 

 

 

 

 

 

 

Und gegen dieses eine von den, ich nenn sie mal, Magic3 hab ich heut ganz klar verstoßen. Mit „ghörig“ hat das nicht viel zu tun, wenn man der Nachbarschaft oder den Vorbeifahrenden einen Blick auf das Frühstück gönnt. Und vor allem – ok ich weiss, sie mag ihn nicht, aber „dean Kaschta“ aka mein Mac/Laptop und Lieblingsgerät weil Arbeitsmittel – würd sie sowieso am liebsten aus ihrem Universum verbannen.

Egal, wie ich es versuche anzugehen, zu verstehen oder zu analysieren. Was genau „ghörig“ alles beinhaltet, sprich was man darf und was auf absolut keinen Fall, das kann ich auch mit 45 Jahren noch nicht beantworten und trotzdem oder vielleicht genau deshalb, geht es mir grossartig.

Und deshalb…

Lasst euch also weder sagen wie alt oder jung ihr seid. Was genau „ghörig“ ist und was dann doch eher „a klä plemplem“ wie s`Omile Dinge die sie nicht versteht und nicht mag, gern bezeichnet. Nehmt manches weniger ernst & euch selber mehr wichtig.

Rockt euer eigenes Leben, verfolgt euren Plan und wenn es vermeintlich noch keinen gibt, dann überlegt mal was ihr heute als nächstes aus tiefster Überzeugung machen wolltet. Was auch immer es ist und wenn die Antwort lautet: „weiterarbeiten um dann den Sommer zu genießen nach Feierabend“ – ich würd sagen das klingt doch nach einem richtig guten Plan.

„Tond ghörig, blieband subr & all dra – odr würand so wia i“ *

(*kann bei Bedarf und auf Anfrage gern auch ins Hochdeutsche übersetzt werden)

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