Warm/Kalt oder doch besser: ich seh ich seh was du nicht siehst... ⋆ allabout40plus.com
D´OMI & I

Warm/Kalt oder doch besser: ich seh ich seh was du nicht siehst…

Angefangen hat das Ganze ja schon am Dienstag.

S´Omile zu mir: „Gang amol uf a Balkon usse und luag ob dr eappas uffallt“

Oke – Balkontüre auf, raus auf den Balkon, ist schon mal kein so schwieriges Unterfangen. Was genau ich dort aber sehen sollte??? Und vorallem wo? Am Balkon direkt? Am Geländer? Im Garten? Bei den Nachbarn? Auf der Strasse? Am Himmel?

Omile – geht´s vielleicht ein kleines bisschen genauer? „Na“. (überflüssig zu erwähnen, dass das wie aus der Pistole geschossen kam, denn sie hatte definitiv in keiner Sekunde vor, mir auch nur einen miniklitzekleinen Hinweis zu geben.)

Gut Omi – so wird das aber ein bisserl schwierig.

Kannst du mir vielleicht einen Tipp geben, denn ich sollte weiter arbeiten und so stehen wir noch ewig auf dem Balkon.

(Denn was dann folgt, wenn ich so gar keine Ahnung hab – ist das Spiel: ich sag was es sein könnte und sie sagt warm oder kalt.

Oder auch – ich seh ich seh was du nicht siehst und das ist: ….????….

Das spielen wir immer zu Weihnachten mit den versteckten Geschenken.

Richtig gelesen, Geschenke werden nicht nur zu Ostern sondern eigentlich immer versteckt bei uns hihihihi… Und halt wann immer sie Lust auf das „Warm/Kalt/Spiel“ hat hahahaha…

Zurück zum Thema.

„Mir fällt leider nix auf, tut mir leid Omi (und immer wenn ich microgenervt bin, lass ich das LE weg vom OmiLE). Sie knackig drauf: „ah, würd ma jetzt glei o no unfründli“. (Sie hat´s gemerkt. Was so ein LE bloss alles ausmacht und bei der Gelegenheit wird mir grad was klar – okeee – jetzt muss ich gaaaanz kurz ausholen.)

Die Sache mit dem „LE“ ist Folgende: Wir Vorarlberger hängen das einfach deshalb an, damit wir zuerst immer megafreundlich sind. Lassen wir das LE (unsere super LieblingsVerniedlichungsForm) weg, sind wir immer noch freundlicher als der gefühlte Rest der Welt. Okeee – die haben natürlich auch kein LE. Wurscht. Once more – zruck zum Thema.

 

Das war der Dienstag.

Am Mittwoch war glaub ich nix, vielleicht hab ichs aber auch nur verdrängt. Am Donnerstag war erstmalig das Thema „RASEN MÄHEN, Frühling/Sommer 2018“ (yasss – richtig gelesen) auf den Tisch geknallt. Natürlich – vom Omile – weil „eigentlich“ hat MAN (ja – auch er, der ominöse Mann ist wieder zurück) immer im März mindestens schon 1x Rasen gemäht.

Aber jetzt –> Schuppen von den Augen.

Darum gings wohl auch schon in unserem „Warm/Kalt/Spiel“ am Dienstag.

Omile, kann es sein, dass du am Dienstag – als ich am Balkon im oberen Stock sagen musste ob mir draussen was auffällt – den Rasen gemeint hast? Sie grinst überlegen: „also sooo oafach mach i´s dr o wiedr nid“ hahahahahaha (ich wusste immer schon, dass sie manches mit Absicht macht, aber dann auch noch zugeben hihihihi) 

Gut Omile, dann weiss ich´s wirklich nicht.

So – und jetzt wirds ernst.

Denn wenn ich die Dinge dann zu lange nicht errate und ich ihr womöglich auch noch das Gefühl geb, dass es mir „egal“ ist – oder ich das Rätsel gar vergessen hab, dann fängt sie an grantig zu werden. Nur „a klänns kläle“, aber für mich als Sensibelchen schon ganz gut spürbar. Und im Übrigen kennt sie mich ja auch in- & auswendig und weiss wie man an mich ran kommt 🙂

Das Thema „Rasen mähen“ musste noch kommen, das war mir ohnehin klar. Denn am Donnerstag gehts für ein paar mehr Tage als nur 1 Weekend in den Osten Österreichs & das mit dem Rasen muss MAN jedenfalls DAVOR noch erledigen. (Praktisch nur, dass MAN auch der Anfang von MANuela ist hahaha) In meinen Gedanken peile ich mal Dienstag oder Mittwoch an für unseren Rasen.

 

Und nun zu gestern.

Den halben Tag in Bregenz, komm ich nachhause. Stimmung – im „AtombombenKeller“ – fest verschlossen und gut weggesperrt. Dann muss man auch Ruhe geben. Warum auch immer – ich tu´s nicht, obwohl ich´s besser wissen sollt: Omile du wirkst müde oder schlecht gelaunt, ist was passiert heut Nachmittag?!

Uuuuuuuuuuuuuuund AB GEHT DIE POST: „was söll si – nix isch, wemma oamol nid redat hoassts glei ma isch load“. Ich mal so – aus der Schusslinie und zwar so schnell wie geht. Omile, ich habs nicht bös gemeint. Bin „i´dr Stuba“.

Die Konversationshöhepunkte an diesem Abend sind erreicht mit: „Guat Nacht, schlof guat“. Gute Nacht Omile, du o. Und jetzt keine Sorge. Das sind die Nächte an denen sie am Besten schläft. Und ich fix weiss, dass es am nächsten Morgen weiter geht. Weiiiiiiil: diese Reaktion heißt IMMER – es steckt was dahinter.

 

Heut Früh – guten Morgen, hast du gut geschlafen?

„Mol, also letscht Nacht han i ganz guat gschlofa und bin sogär bis am zwanzg noch siemne im Bett blieba.“ Fein Omile. Übrigens – hast du schon gesehen, wie unsere Hortensien im Garten austreiben und der Herzerl Stock daneben?

Ihr fällt fast das Geschirrtuch aus der Hand. Sie setzt sich zu mir an den Küchentisch.

And now: lasst die Spiele beginnen.

„Jetz luagasch du in Garta, dir fallt uf, dass d´Hortensien ustrieband und sus nüt odr wia???“

(Ihre Mimik lässt aus dem Gsichtle ein einziges Fragezeichen werden)

Mennnoooo – das gibts ja nicht, dass ich da nicht drauf komm. Ich auf, vor dem offenen Fenster stehend schau ich rüber zu den Hortensien und da seh ich´s. Omile, wer hat neben den Hortensien gejätet und das Moos entfernt??? Sie lehnt sich zurück, löst gleichzeitig langsam die Verschränkung ihrer Arme, überlässt ihrem rechten Zeigefinger kurz die Showbühne, der ganz klar auf sie selber zeigt.

 

Gut – jetzt ist mir alles klar.

Am Dienstag am Balkon stehend, hätte ich sehen sollen, dass da unten Moos und Unkraut ist & entfernt werden möchte.

Hätte die Pläne für´s Rasen mähen mit ihr fixieren sollen, und das Ganze natürlich VOR Ostern. Denn in so einen grausigen unaufgeräumten und unorganisierten Garten, verirrt sich doch ganz sicher kein Osterhase.

So – kurz zur Erklärung für alle die unseren Garten nicht schon von einem meiner „Rasenmähen Action Bilder“ vom vergangenen Sommer her kennen.

FÜHER bestand er aus Gemüsebeeten, Blumenbeeten, Stöcken, Tannen, Bäumen,….. Das alles gibt es schon lange nicht mehr, da die Gartenarbeit für meine Mama als sie krank wurde zu anstrengend war. Und das Omile langsam aber sicher schon „damals“ immer „älter“ wurde. Und was ich absolut verstehen kann ist, dass es ihr sicher unbeschreiblich schwer gefallen ist, sich selber einzugestehen, dass der Garten mehr zu einer Belastung wurde für Mum und sie (ich war damals ja noch viel mehr in Wien als im Ländle und wär keine große Hilfe gewesen).

HEUTE gibt es nun nurmehr ein längliches Blumenbeet vor dem Mäuerl zum Nachbarn. Hortensien, die fette Henne & einen Herzerlstock.

UND was aber viel wichtiger ist an der Gschicht – und jetzt kommts. Sie wars. Sie war selber im Garten. Sie hat sich mit einem Kniekissen vor das Beet hingekniet, das Moos entfernt & Unkraut gejätet. Und YASSS – in diesen Momenten hab ich immer ganz schnell ein schlechtes Gewissen, aber nur so ca. für eine Milisekunde – bis mich mein Verstand wieder einholt und ich dann erwidere: Omile – warum hast du nichts gesagt. Das ist doch nicht gscheit, dann bist du müde danach und die Knie tun dir wieder weh.

Was dann kam war…

…in ruhigem Ton eine aneinander Reihung von „zwischen den Zeilen, zwischen den Buchstaben und beim Buchstaben B zwischen dem oberen und unteren Kreiserl des „B´s“ befindliche Botschaften, Informationen, „Sehstärkeninfragestellungen“, „Hauswirtschaftsschulensinnhaftigkeiten“, „Nachbarnersichtlichmachung“ wie es hier wirklich läuft & „Pflichtbewusstseinseruierungen“ – kurz gesagt – sie meint, ich hätte es sehen müssen, einfach tun sollen & natürlich auf keinen Fall nach Bregenz an meinen geliebten See fahren dürfen bei dem großartigen Frühlingswetter von gestern. Zuerst die Arbeit und dann das Vergnügen. Das ist so eine Art „Hausordnung im Hanfland in einem Satz auf den Punkt gebracht“ Regel.

Ob mich das kränkt? Ob wir uns nun böse sind?

Um Himmelswillen – NEIN & NEIN. Es sind 50 Jahre zwischen dem Omile und mir. Eine Zeit in der sich sehr viel verändert hat. Wir Jungen machen es den Alten nicht immer gleich & auch nicht immer recht. Was ich aber gelernt habe in den letzten Jahren ist, Dinge anzunehmen so wie sie sind, Vertrauen zu haben, dass wir uns auf unser Gefühl verlassen können und dann auch immer das Richtige tun. In diesem Fall ist es. „Fünfe grad sein lassen“, nicht zu diskutieren, weshalb es wenig schlau war von ihr, selber in den Garten zu gehen und das Alles für etwas gut ist. Wenn auch nur für ihre Erkenntnis: „tut mir nicht gut, macht mich müde, lässt meine Knie schmerzen. Glaube ich zumindest… Ein kleines bisschen…oder??

 

Was weniger mit dem Glauben zu tun hat, sondern was ich heut schon weiss: Kommende Woche ratterts wieder in unserem Garten. Und die Saison werd ich höchstpersönlich und selbst eröffnen – mit anschliessendem Radler uf´m Bänkle versteht sich.

Also wenns am Dienstag oder Mittwoch nach Benzin riecht im Hanfland:

I bims „Rasameihar´s Manu“

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